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Abschlussfeiern: Auch dem Ende wohnt ein Zauber inne – herzliche Gratulation!

Zehn Maturafeiern setzen den Schlusspunkt hinter die gymnasiale Ausbildung von rund 220 Schülerinnen und Schülern. «Eure Maturazeugnisse sind eine Anerkennung eurer harten Arbeit», sagte Rektorin Pascale Chenevard bei ihrer Ansprache in Flums. In Flums? Bekanntlich ist die Kantonsschule Sargans derzeit eine Baustelle, was viel Flexibilität erfordert. So hat die Kantonsschule alle Anlässe rund um die Maturaprüfungen in insgesamt drei Gemeinden abgehalten.

Der «Sternen»-Saal als Ausweichvariante

Während im «Mutterschiff» gebaut und gebüffelt wurde, haben die Maturae und Maturi ihre Prüfungen an verschiedenen Aussenstandorten abgelegt. Das waren einerseits Räumlichkeiten bei den psychiatrischen Diensten, bei der IbW und dem ZbW/BZBS, andererseits hatte sich die Kanti für die Maturaprüfungen im Wangser «Sternen»-Saal eingemietet. Dazu musste der Saal entsprechend eingerichtet und die nötige IT aufgebaut werden. Viel Aufwand für alle Beteiligten. «In allem Ungemach war es eine gute Lösung», sagt Pascale Chenevard. «Die Lokalität war optimal geeignet für unsere Bedürfnisse und gewährleistete unseren Prüflingen eine ruhige Umgebung.»

Die Kantonsschulzeit abgeschlossen haben insgesamt 151 junge Frauen und Männer im Gymnasium, 30 in der Fachmittelschule, sechs in der Wirtschaftsmittelschule, drei in der Informatikmittelschule und 31 mit einer Fachmaturität. Weder bei der Besetzung der Abteilungen noch bei der Durchfallquote stellt Chenevard eine markante Veränderung fest. «Die Zahlen sind ziemlich konstant», sagt sie. Eine «leicht steigende Tendenz» zeige sich dafür, wie im ganzen Kanton, bei den Neueintritten. 166 Schülerinnen und Schüler starten im Sommer im Gymi, 26 in der FMS, 15 in der WMS und acht in der IMS.

Gut genug?

Bei ihrer Ansprache in der Flumserei stellte Rektorin Chenevard das ins Zentrum, «was uns die letzten Jahre so intensiv beschäftigt hat» – die Noten. «Diese kleinen, manchmal lästigen Zahlen, die so viel Macht über euer Leben hatten.» Sie verglich die Schuljahre der Maturi und Maturae mit einer gebuchten Kanufahrt, die sich «im Fluss der Prüfungen» als eigentliches Riverrafting entpuppte.

Mit der rhetorischen Frage: «Wann ist gut gut genug?», sprach Pascale Chenevard nicht nur jene an, die mit einer (guten) Fünf nicht zufrieden sind. «Oft werden unsere Vorstellungen von ‘gut’ durch Erwartungen und Normen geprägt.» Die Rektorin riet, diese zu hinterfragen und zu überlegen, ob und wann man ihnen wirklich entsprechen wolle. Sie plädiere damit nicht für Minimalismus. «Es gibt Situationen, in denen es lebenswichtig ist, dass gut nicht ausreicht, in denen es darum geht, exzellent zu sein, etwa als Chirurgin, Fluglotse oder Spitzensportlerin.» In anderen Situationen könne «gut» hingegen vollkommen zufriedenstellend sein. Wenn man lerne, dass gut oft gut genug sei, schaffe man Raum für Gelassenheit und Lebensfreude.

«Heute bekommt ihr von uns ein letztes Mal Noten», so Chenevard. «Eure Maturazeugnisse sind eine Anerkennung eurer harten Arbeit – aber sie definieren nicht, wer ihr seid oder was ihr erreichen könnt. Eure Fähigkeiten, eure Träume und eure Entschlossenheit sind das, was wirklich zählt.» Mit den Zeugnissen und einem herzlichen Glückwunsch wurden die jungen Frauen und Männer in ihren neuen Lebensabschnitt entlassen.

Persönliche Atmosphäre

Die Feierlichkeiten in der Flumserei fanden am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und gestern Montag statt. Während der Coronapandemie habe man begonnen, klassenweise abzuschliessen, sagt Chenevard. Das habe sich bewährt; die Atmosphäre sei sehr persönlich und die Klasse könne noch einmal «unter sich sein» und mit ihren Familien feiern. Wenn dann die neue Aula bereitstehe, werde man diesbezüglich aber sicher noch einmal über die Bücher gehen.

 

Quelle: Sarganserländer, 25.06.2024, Silja Lippuner

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