Zurück

Abschlussfeiern 2026: «Improvisieren zu können, ist ein Privileg und eine Gabe»

Im kommenden Jahr können die Abschlussfeierlichkeiten der Kantonsschule Sargans in der eigenen, neuen Aula abgehalten werden. Dieses Jahr haben sie aufgrund des Neubaus noch ein letztes Mal in der Flumserei stattgefunden. Dabei wird für jede Klasse eine Feier organisiert, in welcher die Schülerinnen und Schüler dieser Klasse im Mittelpunkt stehen. Die Absolventinnen und Absolventen (siehe auch Box) haben zudem die Feier musikalisch mitgestaltet.

Stundenplan und Selbstständigkeit

Rektorin Pascale Chenevard würdigte in den Abschlussfeiern diesen freudigen Moment vor der Zeugnisübergabe mit einer kurzen Rede: «Ihr seht alle so strahlend aus, dass man fast vergessen könnte, wie viele Lernnächte und Prüfungsmarathons ihr hinter euch habt», so die Rektorin. Bezug nehmend auf die Kanti-Umbauzeit, brachte sie den Stundenplan zur Sprache, «ein Regie-Meisterwerk», und die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler, sich immer wieder neu zu orientieren und auf neue Räume, Sitzordnungen und Dynamiken einzulassen und trotzdem hoch konzentriert zu arbeiten. «Ihr habt eure Kantizeit unter Bedingungen gemeistert, die alles andere als ideal waren.»

Sie bezeichnet die letzten Jahre an der Kanti Sargans als ein grosses Improvisationstheater. Mit dem Schulhaus als Bühne, Laptops als Requisiten und einem nur teilweise geschriebenen Drehbuch. «Und heute Abend bekommt ihr – um ein wenig im Bild zu bleiben – einen Oscar für eure Leistungen, die ihr in den letzten Wochen und Jahren erbracht habt.»

Zusätzlich gelernt hätten die Schülerinnen und Schüler, mit Unsicherheit umzugehen, Pläne über den Haufen zu werfen und neue zu machen, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die ganz anders ticken, und in stressigen Momenten trotzdem einen kühlen Kopf zu bewahren.

«Das, was jetzt kommt, euer Leben nach der Matura, folgt keinem fixen Erwartungshorizont mehr. Die Zeit, in der ihr euch aufs Antworten beschränkt, ist vorbei – jetzt müsst ihr die wichtigen Fragen selbst stellen», so Chenevard – und genau da beginne wieder die Improvisation in Bezug auf Fragen, wo man leben, wie man arbeiten und mit wem man das Leben teilen möchte.

Das Leben als Theaterstück

Sie wünschte den Absolventinnen und Absolventen für die Zukunft nicht nur Glück, «sondern viele gute Ideen und die Sicherheit, dass ihr mehr könnt, als ihr jetzt schon ahnt. Seid euch bewusst, dass improvisieren zu können auch ein Privileg und eine Gabe ist.» Sie schloss ihre Rede mit den Worten: «Denn das Leben ist ein Theaterstück ohne Probe. Darum singt, lacht, tanzt, liebt und improvisiert.»

Es folgte die feierliche Übergabe der Abschlusszeugnisse durch Rektorin Chenevard sowie Prorektor Jörg van der Heyde im Gymnasium und Fabian Gross in der Fachmittelschule. Das letzte Wort jeder Feier innerhalb der Klasse hatten allerdings die Schülerinnen und Schüler selber. Anschliessend durfte bei einem Apéro im Foyer der Flumserei mit Eltern, Verwandten, Freunden, Lehrpersonen, der Schulleitung sowie der Vertreterin des Bildungsrates auf den erfolgreichen Abschluss der Kantizeit angestossen werden. (sl)

 

Quelle: Sarganserländer, 30.06.026, Seite 3 (sl)

Weitere Themen

Aktuelles
Aktuelles
Aktuelles
Aktuelles
CantiChor singt Carmina Burana
Sa 02.05.2026 und So 03.05.2026
Veranstaltung
FMS
WMS
IMS